Geld für Lügen

Ob die New York Times das wohl berichten wird?

nachtgespraechblog

Der Führer der Hamas, Yahya Sinwar, soll einer Familie aus Gaza eine Summe von 8000 Shekeln (2000 Euro) gezahlt haben, damit diese lügen würde, ihr Baby sei an den Folgen des Einatmens von Tränengas gestorben, das von israelischen Soldaten während der Unruhen am Grenzzaun zum Gazastreifen eingesetzt worden war. Tatsächlich starb das Baby an einer Bluterkrankung, wie sich später herausstellte.

Dies geht aus einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft am Bezirksgericht von Beersheva gegen ein Mitglied der al-Aqsa Brigaden der Fatach hervor. Die Anklage richtet sich gegen den 20 Jahre alten Mahmud Omar aus Gaza, der während der Unruhen am Grenzzaun festgenommen worden war, als er zusammen mit weiteren Mitgliedern der Brigade dabei war, das Tor eines der Übergänge zu beschädigen.

Während der Unruhen soll Omar einen Anruf seiner Mutter bekommen haben, die ihm erzählte, dass seine Nichte, das Baby Leila al-Ghandour, gestorben sei. Als er nach Hause kam, so die Anklage…

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Wie lehrt man Kinder Frieden?

Der Ramadan ist zu Ende.
Am Freitag nahmen Muslime in der ganzen Welt das Iftar, das Abschlussmahl, ein. Die Muslima Qanta A.Ahmed war zu diesem Anlass im Haus des israelischen Botschafters in Washington eingeladen und traf dort äußerst interessante Leute.
Im Gaza-Umland sind weitere Hunderte Hektar Landwirtschaft niedergebrannt. Israelische Kinder versuchen auf kreative Weise mit der Situation fertig zu werden und den Optimismus nicht zu verlieren.
In Ramallah wird eine seltene Demonstration zerstreut, die sich gegen die Sanktionen der  palästinensischen Autonomiebehörde in Gaza richtete.
Ansonsten schaut man WM. Langsam verschwindet alles in einer Art WM-Nebel. Obwohl an diesem Wochenende so viel passiert ist, redet man morgens im Büro über Messis missglückten Elfmeter.

Bei unseren palästinensischen Nachbarn brachten die letzten Tage besonders viel Unruhe. In Ramallah passierte Ungewöhnliches. Demonstrationen werden dort nur dann zugelassen, wenn sie sich gegen Israel richten. Trotzdem schafften es etwa 1500 Menschen, in einer Demonstration gegen die eigene Führung in Ramallah auf die Straße zu gehen.

Sie verlangten die Aufhebung der Sanktionen gegen Gaza. Im Rivalenkampf der beiden Führungsparteien versucht die Fatah unter Mahmud Abbas die in Gaza herrschende un-kooperative Hamas in die Knie zu zwingen.

Die Sanktionen sind seit dem Frühjahr 2017 in Kraft. Diese umfassen eine Reihe von drastischen Maßnahmen. Die in Gaza lebenden Angestellten der PA (Palestinänsischen Autonomiebehörde) haben eine Kürzung der Gehälter einstecken müssen. Hunderten von Familien wurden die Sozialversicherungen gestrichen und Tausende von Beamte wurden in Frührente geschickt. Andere, die sich seit 2007 Steuererleichterungen erfreuen konnten, müssen seit einem Jahr darauf verzichten.

Am schlimmsten wirken sich die Sanktionen jedoch auf die Strom- und Wasserversorgung in Gaza aus. Diese erhalten die palästinensischen Gebiete zu einem subventionierten Preis von Israel. Da die extremistische Hamas jedoch stur jeglichen Kontakt mit Israel verweigert, und viele Verwaltungsaufgaben weiterhin von der PA ausgeführt werden, wurde die Bezahlung von der PA abgewickelt. Bis die PA im Frühjahr 2017 nach Auseinandersetzungen mit der Hamas die besagten Sanktionen verhängte.

Die Demonstration wurde mit Tränengas, Schlagstöcken und Elektroschockern auseinander getrieben. Das Sicherheitspersonal erschien teils in voller Montage mit Helmen, Schildern und kugelsicheren Westen, teils aber auch in Zivil gekleidet. Sie begannen Schlägereien unter den Demonstranten und zerrten dann Personen aus der Menge. Die PA nahm 69 Menschen fest, einige davon erst, nachdem die Demonstration bereits beendet war, und die Demonstranten sich im Krankenhaus behandeln ließen. Augenzeugen.

Weitere Demonstrationen sind für die nächste Zeit verboten. Eine Änderung in der Politik ist von keiner Seite zu erwarten. Die Hamas, gegen die sich die Sanktionen richten, lässt nicht mit sich reden. Sie verstehen nur die Sprache der Gewalt. Mit Gewalt haben sie 2007 die Macht an sich gerissen. Gewaltsames Verhalten hat ihnen die Sanktionen eingebracht. Nur durch Gewalt lassen sie sich beeinflussen, wenn überhaupt. Die Fatah versucht es mit passiver Gewalt. Über Lösungen scheint man nur in Israel zu diskutieren.

Eines haben die rivalierenden Parteien gemeinsam: sie provozieren und beschuldigen Israel, um vom internen Machtkampf abzulenken. Keine von beiden übernimmt Verantwortung für das Chaos. Die Aggressionen an Israel auszulassen hilft, der eigenen Bevölkerung das Maul zu stopfen. Israel muss immer wieder zur Gewalt provoziert werden, damit man einen Schuldigen hat, den man an den Pranger stellen kann.

In Israel versucht man, sich nicht zur Gewalt hinreißen zu lassen. Trotz unzähliger Brände, die am Wochenende enormen landwirtschaftlichen Schaden angerichtet haben, versucht man Ruhe zu bewahren. Unter anderem sind große Teile der Honigindustrie am Wochenende vom Feuer vernichtet worden.

Mit Helium gefüllte Ballons, an denen kleine Sprengkörper gebunden waren, sind die Auslöser. Felder und  Bienenstöcke von Kibbutz Yad Mordechai, dem Hauptproduzenten von Honig in Israel, gingen im Flammen auf.

5000 brennende Ballons hatte die Hamas angekündigt. Die Mitglieder des Kibbutzes Nir Am, dessen Felder ebenfalls erheblichen Schaden erlitten haben, fanden eine kreative Antwort. Sie organisierten ein Ballonfest.

Die israelischen Kinder schickten ihrerseits Ballons nach Gaza. Diese jedoch hatten keinen Sprengstoff oder kleine Bömbchen an der Schnur, sondern Bonbons. Es ist das zweite Mal, dass sie Botschaften an die Einwohner von Gaza schicken.

Vor einigen Wochen gab es eine ähnliche Aktion mit Drachen. Kinder aus Sderot, einer Stadt in der Gaza-Umgebung, bastelten Drachen und schrieben Friedensbotschaften darauf. Es war Antwort auf die Zettel, mit denen die Drachen von der anderen Seite bestückt waren. Manche, die aus Gaza gesendet waren, hatten Hakenkreuze, andere lasen Texte wie: „Jüdische Mutter, sei wachsam, denn wir kommen, um Deine Söhne zu töten.“

Ich denke die Aktionen auf israelischer Seite haben eher das Ziel den Kindern zu helfen mit dieser unfassbaren Situation klar zu kommen. Irgendetwas muss man tun, um sich nicht vom Terror unterkriegen zu lassen.

Wie bringt man Kindern Frieden bei, wenn man ständig angegriffen wird? Wie erzieht man Kinder dazu andere zu respektieren, wenn einem der eigene Lebensraum fortwährend streitig gemacht wird? Wie lehrt man sie Dinge zu schaffen und aufzubauen, wenn es doch von anderen immer wieder zerstört wird?

Man rafft sich zusammen und schafft gemeinsam. Auch gab es am Wochenende eine große Pflanz-Aktion unter dem Motto: „sie verbrennen, wir pflanzen“.

Aber solange der landwirtschaftliche Feuerterror anhält, hat das leider wenig Sinn.

Über die Erlebnisse von Ahmed erzähle ich im nächsten Beitrag.

Geschichten, von Leuten, die niemand hört: Muhammad Zoabi

Muhammad Zoabi ist ein muslimischer Israeli aus Nazareth. In diesem Video erzählt er über seine Erfahrungen in israelischen Schulen und das Zusammenleben von Muslimen, Christen und Juden.

Geschichten, von Leuten, die niemand hört:  23 Tage ohne Mutter in Gaza

Es hat ihr die Sprache verschlagen. Ihre Geschichte und das, was in den 23 Tagen passiert ist, werden wir wohl nie erfahren. Nur Samah Abu Ghayyath selber, die Mutter der fünf Kinder, weiß es und sie redet nicht. Sie redet mit niemandem darüber.

Ist es Angst? Ist sie in Schock? Was hat sie zu verbergen? Es bleibt ein Rätsel.

Das Einzige, was man weiß, ist, dass sie von der Hamas in Haft genommen worder war, und 23 Tage lang festgehalten wurde. Ein Grund wurde ihr nicht mitgeteilt, sie bekam keinen Anwalt, oder die Möglichkeit mit einem zu sprechen, privates Handy und Computer wurden während dieser Zeit von der Hamas beschlagnahmt.

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Geschichten, von Leuten, die niemand hört: Organische Kosmetik unter Beschuss

 

„Schon wieder eine Absage! Eine Gruppe von 50 Frauen hat gerade angekündigt, dass sie nicht erscheinen werden. Es ist bereits die dritte Absage in diesem Monat und uns ist klar, dass es nicht die Letzte sein wird. Ich brauche sicher niemandem zu erklären, welch enormen finanziellen Schaden dies für uns bedeutet.“
So schrieb Esther Lachman in ihrem Facebook Post am 29. Mai.

Esther Lachman ist die Eignerin und Managerin einer außergewöhnlichen Boutique-Kosmetik-Firma namens Arugot. Seit 15 Jahren stellen sie 100 % natürliche Kosmetik her, die darüber hinaus zu 95 % aus organischen Zutaten besteht. Diese bauen sie und ihr Mann Itay selber an.

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Wenn steigende Drachen auch Feuer speien…

…dann bezahlen Natur und Menschen einen hohen Preis!

Im Februar dieses Jahres nahm ich Euch mit auf eine unserer ersten Wochenend- Spazierfahrten in diesem Jahr. Wir fuhren mit einer netten kleinen Moped- und Motorradgruppe in den Süden und genossen das erste Grün des Frühlings, der noch nicht einmal begonnen hatte. Erinnert ihr Euch?

Im Naturschutzgebiet von Be’eri suchten wir Mohnblumen. In dieser Gegend blühen ganze Felder von Mohn und tunken die Landschaft in Rot. Man muss jedoch das richtige Wochenende erwischen, denn die Pracht ist schnell vorbei. Der Mohn blüht nur etwa zwei Wochen.

Das war uns leider nicht ganz gelungen. Wir waren noch etwas früh. Am folgenden Wochenende regnete es und der verfrühte Frühling war abgebrochen.

Aber warum erzähle ich Euch das?

Von brennenden Drachen hat jemand in letzter Zeit etwas gehört, oder gelesen? Diese sind dafür verantwortlich, dass das Naturschutzgebiet weder grün noch rot noch gelb oder braun ist. Die gesamte Gegend, die in Israel im Frühling wegen des blühenden Mohns als „roter Süden“ bekannt ist, ist nun schwarz.

Be’eri Wald, Kissufim Wald, Simchoni Wald, sowie Felder der Kibbutze Nahal Oz, Nir Am, Kefar Asa und andere sind in den letzten Wochen zerstört worden.

In Nahal Oz allein verbrannten mehr als 500 Hektar Weizen. Tier-und Pflanzenleben haben enormen Schaden erlitten.

Eine der ersten und bedeutsamsten israelischen Entwicklungen sind wassersparende und intelligente Bewässrungsanlagen. Diese haben Landwirtschaft in Wüstengegenden möglich gemacht. Länder in Afrika und Süd Amerika verdanken diesen Technologien, dass überhaupt etwas angebaut werden kann.

Hier, in der Negev Wüste, wo all das begonnen hat, brennt genau das nieder. Felder von Wassermelonen, Kartoffeln und allerlei Obst und Gemüse sind mit diesen komplexen Schlauchsystemen ausgelegt.

Israelische Technologien haben dürres Land zum Blühen gebracht. Feuerdrachen aus Gaza lassen alles in Flammen aufgehen und verwandlen es zurück in karge Landschaften.

Hier Bilder und ein Bericht in Englisch.

Gestern haben die Feuer die Stadt Sderot erreicht:

Es lebe Palestina

Mein Facebook und Twitter waren voll mit Posts über die Geschehnisse in Gaza. Es war, als hätten all meine israelischen Freunde plötzlich das Bedürfnis der Welt unsere Seite der Geschichte zu zeigen. Sogar die ganz Linken auf der politischen Skala, die sonst nur Kritik an ihrem eigenen Land posten, veröffentlichten Bilder der gewaltsamen Angriffe auf die Grenze. Waren die Medien im Ausland so einseitig?

Der Welt Korrespondent schlendert ungehindert zwischen den brennenden Reifen und Steine schleudernden Demonstranten herum.

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