Islam App jetzt für Android und IPhone

Während ich vorgestern an einer Übersetzung arbeitete und eine der on-line Wörterbücher öffnete, poppte mir folgende Werbung in Großbuchstaben entgegen: ‚Was ist Islam?‘ Und darunter stand etwas kleiner ‚Islam kennenlernen und konvertieren mit Direkthilfe im Chat‘ – Wie bitte? Da muss ich wohl etwas falsch gelesen haben. Noch einmal: ‚Islam kennenlernen….‘ – bis hier alles o.k. – ‚und konvertieren…. ‚ – ja genau, konvertieren! – ‚mit Direkthilfe im Chat‘. Ich musste das ein paar Mal lesen, um es zu glauben. Per Klick kann man jetzt zum Islam konvertieren!  Als sei Religion eine App zur Kommunikation mit Gott. Einfach aufs Handy oder den PC runter laden und Allah macht den Rest. Erst kriegst Du eine Probephase zum ‚kennenlernen‘ und im Chat kannst Du Dir Deine Gehirnwäsche abholen.

Ganz im Ernst: Wer oder was verbirgt sich hinter dieser Pop-up Werbung? Sicherlich keine seriöse Glaubensgemeinde, deren Ziel es ist aus verlorenen Seelen fromme Menschen zu machen und sie vor dem Höllenfeuer zu retten. Eher Organisationen, die Anhänger suchen, und zwar so viele wie möglich. Wer so wirbt kann doch seine eigene Religion nicht ernst nehmen. Und wer hat ein solches Interesse daran den Islam auf diese billige, unorthodoxe Art zu verbreiten. Eine Art und Weise, die mit Geistlichkeit in keiner Form etwas zu tun hat, sondern bei der es nur darum geht mehr Folger zu gewinnen. Mehr Folger heißt Macht. Wer immer dahinter steht will Macht – Macht durch und für Islam. Eine Religion, in der der Grundsatz, alle Menschen seien vor Gott gleich nicht gilt. Eine Religion, die keine andere Religion toleriert. Eine Religion, in der Frauen so gut wie keine Rechte haben, in der nach einer strickten Hierarchie regiert wird ohne klare Trennung von Staat und Religion, in der das Abhacken von Gliedmaßen und die Steinigung zu gesetzlichen Strafmaßnahmen zählt, jeglicher Konsum von Alkohol verboten ist, um nur einige der Grundlinien zu nennen.

Und das alles per Klick im PC.

O.k. Lassen wir diese Zeitreise ins Mittelalter mal beiseite und nehmen wir an, es handele sich um eine für mich etwas leichter verdauliche Religion, eine, die nicht gerade die Weltherrschaft anstrebt, wie z.B. das Christentum oder der Buddhismus. ‚Christentum kennenlernen und sich online taufen lassen‘ oder ‚Buddhismus kennenlernen und instant Meditation herunterladen‘. Das fände ich genauso abartig.

Für religiöse Menschen legt die Religion die tägliche Routine fest, reguliert den Umgang mit den Mitmenschen und der Umgebung, für säkulare Menschen ist sie zumindest Philosophie.  Ob gläubig oder nicht, sie stellt eine Art Rahmen für unsere Wertvorstellungen und für das, was gut und was böse ist dar. Letztendlich hat doch unser humanitäres Denken und Handeln seinen Ursprung in den 10 Geboten, die von einem Juden erstmals am Berge Sinai präsentiert und von den Christen übernommen wurden. Darauf baut sich unser Verständnis für Gerechtigkeit und Menschenwürde auf. Und viele Grundwerte, wie Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Toleranz haben sich aus den Lehren des Alten Testaments heraus entwickelt. Sie sind einer der Grundpfeiler für westlich liberales Denken und ziehen sich wie ein roter Faden durch unser Weltbild.

Und nun kommt irgendeine Art von Islam daher und will uns mit Pop-up Werbungen weiss machen, dass wir all das einfach wegklicken sollten. Ich finde dieses Phänomen beunruhigend.

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12 Gedanken zu “Islam App jetzt für Android und IPhone

  1. … hatte ich erwähnt, das ich bei Religion raus bin… Liebe IST und Religion will bekehren… ein von Herzen Liebender möchte den jeweils Anderen in seiner Andersartigkeit entdecken wollen… Herzenzgrüße vom Blumenkind!

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    1. Ich mache mir oft Gedanken ueber das Thema Religion. Warum braucht der Mensch sie? Warum halten Gesellschaften stuhr an irgendwelchen Geschichten fest, die schon lange keine Bedeutung mehr haben und die schon x-mal wiederlegt wurden? …. und noch 1000 andere Fragen
      Es lebe die Liebe !

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  2. Da wäre ich auch hellhörig geworden.
    Klingt nach Salafisten oder Islamisten, die Mitglieder rekrutieren wollen.

    Das Konvertieren zum Islam ist ja im Prinzip sehr einfach, man muss nur dreimal sagen, Allah ist groß, Allah ist mächtig und schon gehört man dem Islam an.
    Wenn man will kann man dann eine Islamschule besuchen.

    Ich weiß nicht, ob man bei den christlichen Kirchen außer der Taufe noch eine Art Schulung bekommt oder ob man sich selbst darum kümmern muss.

    Ich finde, dass es nicht so wichtig ist, ob man einem „Verein“ angehört. Wichtig ist doch das, was ALLEN Religionen gemeinsam ist, die Nächstenliebe, die Achtung vor dem Leben, die Akzeptanz.
    Das zu leben ist viel wichtiger als eine Zugehörigkeit, die oft genug nur auf dem Papier besteht oder ein reines Lippenbekenntnis ist.

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    1. Liebe Ilanah, danke fuer Deinen Kommentar. Du hast Recht, Naechstenliebe, Achtung vor dem Leben und Akzeptanz sind wichtig. Sie sind Grundwerte der christlichen Religion. Deshalb sind sie Grundlage unseren westlich liberalen Denkens. Aber es sind nicht die Grundwerte aller Religionen. Andere Religionen haben andere Grundwerte. Angehoerige Asiatischer Religionen denken anders, weil ihr Denken auf andere Wertvorstellungen und Konzepte aufgebaut ist. Muslims denken anders, ihnen ist das Konzept der Naechstenliebe fremd. Das macht sie nicht schlecht. Aber es macht das Zusammenleben viel komplizierter, als sich die christlich liberale Welt eingestehen moechte.

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      1. Das mit den Moslems stimmt nicht ganz. „Islam“ heisst Frieden.
        Die Grundlagen unterscheiden sich nicht wirklich von den christlichen Werten.
        Mohammed bekam seine meisten Durchgaben von Jesus.
        Leider wird der Koran, wie auch die Bibel, oft falsch ausgelegt, verschieden von Koranschule zu Koranschule. Und kaum ein Moslem hat den Koran gelesen.
        Zum Glück leben die Mehrzahl der Moslems friedlich und wollen dasgleiche wie wir hier auch.

        Im Gedächtnis bleiben uns leider eher die Islamisten und Salafisten, die aber eine winzig kleine Minderheit darstellen.

        Ich sage oft, dass die Moslems gar nicht soviel töten und Leid anrichten können wie es die Christen im Lauf der Historie schon getan haben. Das vergessen wir sehr oft. Das Christentum war sehr sehr kriegerisch.

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      2. Theoretisch mag da Vieles dran sein, was Du sagst. Aber es geht mir hier nicht um theologische Auslegungen und die Frage ob sie richtig oder falsch sind. Religionen wurden schon immer von Machthungrigen missbraucht und Gewalttaten oft durch Religion gerechtfertigt. Das haben viele Religionen gemeinsam.
        Islam und Christentum haben zusammen mit den Juden dieselben Wurzeln und auch denselben Urheber. Trotzdem haben sich faktisch drei verschiedene Religionen entwickelt. Aus diesen Religionen haben sich Gesellschaften entwickelt, die sich unterscheiden. In unserer Gesellschaft stellt niemand die Gleichberechtigung der Frau in Frage. In der muslimischen Gesellschaft stellt niemand die Frau dem Mann gleich (auch die friedlichen nicht). Frauen haben dort weniger Rechte. Wenn also massenweise Deutsche zum Islam uebertreten, dann muessen Frauen um Ihre Grundrechte bangen, sie werden sich daran gewoehnen muessen, dass sie sich nicht mehr frei bewegen koennen, nicht so kleiden, wie es ihnen gefaellt usw.
        Aber auch Angehoerige anderer Religionen haben in Islamischen Gesellschaften nicht dieselben Rechte. Sollten also Deutsche massenweise zum Islam uebertreten und irgendwann die Mehrheit bilden, dann werden Christen nicht mit der selben Toleranz rechnen koennen, die sie den Muslimen heute entgegenbringen. Das ist natuerlich eine hypothetische Idee, aber ich will damit die Bedeutung der Unterschiede klar machen. Schweinefleisch wird zum Beispiel nicht mehr erwerbbar sein und Alkohol schon gar nicht.
        Die islamischen Gesellschaften sind nicht demokratisch! Fuer uns ist alles andere als Demokratie undenkbar. In der muslimischen Welt ist Demokratie bisher undenkbar. Sollte also der Mehrheit in Europa muslimisch werden, was hiesse das fuer die Demokratie?
        Islam ist anders, hat andere Werte, eine andere Kultur und diese stehen in Konflikt mit denen der westlichen Welt. Das zu ignorieren hilft nicht das Zusammenleben zu foerdern. Leider gibt es darueberhinaus im Islam starke Stroemungen, die die Weltherrschaft anstreben (genauso wie es die Christen in frueheren Zeiten versuchten), manche mit Gewalt, andere friedlich. Das zu ignorieren grenzt an Selbstmord.

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      3. Wie du so richtig schreibst, die Religionen werden benutzt und mißbraucht von macht- und geldgierigen Leuten.

        Die Religionen an sich unterscheiden sich wirklich kaum in den Werten.

        Die Unterschiede, die es in der jeweiligen Lebensweise gibt, die kommen eher durch das Patriachat, das mehr oder weniger ausgeprägt überall herrscht, auch bei uns.

        Ich habe es selbst in Verwandtschaft noch erlebt, dass die Frau mit der Ehe Eigentum des Mannes wurde, sie durfte nur mit seiner Unterschrift einen Arbeitsvertrag eingehen, der Mann durfte ohne ihr Einverständnis ihren Arbeitsvertrag kündigen. Das Verschuldungsprinzip bei Scheidungen ging eindeutig zugunsten des Mannes usw. usw. Das ist erst knapp 40 Jahre her, dass sich das geändert hat.
        Und das in einem Land, wo laut Grundgesetz ALLE Menschen gleich sind.

        Heute noch verdienen Frauen bei gleicher Arbeit sehr oft weniger.
        Meist sind es die Frauen, die in Elternzeit gehen, nicht die Männer.
        In der Regel sind es auch die Frauen, die die „Drecksarbeit“ im Haushalt machen und und und
        Das sind immer noch die „kleineren“ Auswirkungen des Patriachats.

        Im Westen haben wir Frauen uns nach und nach die Gleichberechtigung erarbeitet/erkämpft.
        In anderen Ländern sind sie noch am Anfang.
        Das hat aber alles nichts mit Religion zu tun.
        Ich habe den Koran gelesen, er gibt der Frau alle Freiheiten, da steht nichts von Unterdrückung, von Kopftuch usw.
        Das sind Auswüchse von extrem patriachalen Bedingungen. Diese gilt es nach und nach zu verändern, dann wird man merken, dass die religiösen Unterschiede kaum vorhanden sind.

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      4. Mit anderen Worten, alles, was nicht im Koran steht gehört nicht zum Islam und ist nicht Religion? Damit reduzierst Du die gesamte Religion auf den Inhalt eines einzigen Schriftstücks, und das, obwohl viele Muslime (wie Du sagtest) dieses gar nicht gelesen haben. Sie praktizieren Religion nach überlieferten Ritualen, basiert auf Auslegung von Geschehnissen und Geschriebenem. Ich habe mal gegoogelt, was Religion bedeutet und das ist, was Wikipedia sagt: „im weiten Sinne: kodifizierte und/ oder auf Überlieferung beruhende Kult-/Glaubenspraxis und -auslegung‘. Eine andere Definition, die ich gefunden habe ist: „Der Glaube an einen Gott oder an mehrere Götter und die damit verbundene Praxis in Kult und Lebensformen.
        Fakt ist, dass Frauen im Islam unterdrückt werden, ob das nun im Koran so steht oder nicht interessiert die Imame und Kalifen und Ayatollahs, die das predigen herzlich wenig. Nein, nicht alle predigen das, es gibt auch im Islam andere, friedliche… Aber alle Länder, in denen der Islam vorherrscht sind die Gesellschaften extrem diskriminierend. Wenn diese Gesellschaft mit der westlichen zusammentrifft, dann muss er zwangsläufig Konflikte geben.
        Alles was ich sage ist, dass man diese Dinge nicht ignorieren oder unterschätzen darf.
        Das ist aber nicht das einzige Problem, das ich mit dem Islam sehe. Die Geschichte des Islam ist mit Kriegen, Rache, Blutvergießen, Hass, Rassismus gepflastert. Mohamed selber war nicht nur Prophet, sondern auch ein brutaler Feldherr, unterdrückte oder ermordete alle, die sich ihm nicht anschlossen. Seine Nachfolger waren damit beschäftigt sich gegenseitig umzubringen und ständig mit Racheakten gegenseitig zu übertreffen. Deshalb bin ich, was den Islam angeht nicht so optimistisch.

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      5. Ich verstehe schon, was du meinst.

        Wobei es einfach auch eine Tatsache ist, dass die Christen wesentlich mehr Hass, Intoleranz, Krieg, Leid, Tod, Schmerz produziert haben als es der Islam je aufholen kann.

        Die Koranschulen lehren das, was das Patriachat vorgibt, sie zupfen sich raus, was dazu passt, anderes wird nicht erwähnt.
        Zum Glück gibt es, wenn auch erst wenige, Koranschulen, die den Koran richtig verbreiten und friedlich agieren.

        Das patriachale Denken führt zur Diskriminierung, nicht der Islam, sonst wären ja alle asiatischen und europäischen Länder mal islamisch gewesen.

        Es braucht dringend Aufklärungsarbeit in Richtung Emanzipation, Frauenrechte, Kinderrechte.
        Insofern hoffe ich immer, dass die Muslime, die hier leben, das in ihren Ländern weiterverbreiten.

        Schau dir mal das Video an, dass ich unter „Klartext“ gebloggt habe.
        Solche Leute braucht es und ich denke, dass unter den Flüchtlingen nicht wenige davon sind.

        Wenn wir hypothetischerweise alle Religionen abschaffen würden, so wäre aber immer noch das patriachale Denken in den Köpfen und es würde sich nichts ändern.

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      6. Keine Ahnung, was der ‚Klartext‘ mit meinem Post zu tun hat, keine Ahnung was Du meinst, wenn Du ‚Patriarch‘ sagst, keine Ahnung was ‚richtiger Islam‘ sein soll, keine Ahnung worauf Du die Behauptung stützt das Christentum sei ’schlimmer‘ als Islam. Es scheint Dir jedoch sehr wichtig zu sein jegliche Kritik am Islam abzuweisen und Du scheust nicht davor zurück die Realität zu diesem Zweck zu verdrehen und die Verantwortung auf irgendwelche externen Einflüsse zu schieben. Wenn es gar kein anderes Argument mehr gibt, dann sagst Du einfach, dass andere auch nicht besser sind.
        Deshalb werde ich jetzt keine Kritik mehr anbringen.

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