Das traurige Geheimnis des muslimischen Putzers

Ich war vom Heulen einer Krankenwagensirene aufgewacht. Während ich duschte, glaubte ich eine weitere zu hören. Jetzt, als ich meinen Morgenkaffee schlürfte, hörte ich schon wieder eine.

Ich lauschte noch eine Weile nachdem es still geworden war, konnte aber nichts Außergewöhnliches wahrnehmen. Es hatte keinen Knall gegeben, nirgends waren Rauchschwaden und niemand gab Anweisungen über Lautsprecher oder Megafon. Trotzdem war es höchst beunruhigend.

Ich schnappte meinen Autoschlüssel und machte mich auf zur Arbeit. Die Straße hinauf zum Kreisel und dann in Richtung Ortstor. Als ich über die Holperschwellen durch die Schranke fuhr, hörte ich wieder Sirenen. Es war jedoch kein Krankenwagen; auch keine Polizei und keine Feuerwehr. Einige Limousinen brausten, von Armeefahrzeugen begleitet, auf unseren Ort zu und passierten die Schranke.

Irgendetwas musste passiert sein, in unserem friedlichen Dorf. Ich suchte einen Sender im Radio, aber es dauerte eine Weile, bis die aktuellen Nachrichten gebracht wurden. Ich erinnere mich heute nicht mehr, woher ich es als Erstes erfahren hatte.

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Geschichten, von Leuten, die niemand hört:  23 Tage ohne Mutter in Gaza

Es hat ihr die Sprache verschlagen. Ihre Geschichte und das, was in den 23 Tagen passiert ist, werden wir wohl nie erfahren. Nur Samah Abu Ghayyath selber, die Mutter der fünf Kinder, weiß es und sie redet nicht. Sie redet mit niemandem darüber.

Ist es Angst? Ist sie in Schock? Was hat sie zu verbergen? Es bleibt ein Rätsel.

Das Einzige, was man weiß, ist, dass sie von der Hamas in Haft genommen worder war, und 23 Tage lang festgehalten wurde. Ein Grund wurde ihr nicht mitgeteilt, sie bekam keinen Anwalt, oder die Möglichkeit mit einem zu sprechen, privates Handy und Computer wurden während dieser Zeit von der Hamas beschlagnahmt.

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Geschichten, von Leuten, die niemand hört: Organische Kosmetik unter Beschuss

 

„Schon wieder eine Absage! Eine Gruppe von 50 Frauen hat gerade angekündigt, dass sie nicht erscheinen werden. Es ist bereits die dritte Absage in diesem Monat und uns ist klar, dass es nicht die Letzte sein wird. Ich brauche sicher niemandem zu erklären, welch enormen finanziellen Schaden dies für uns bedeutet.“
So schrieb Esther Lachman in ihrem Facebook Post am 29. Mai.

Esther Lachman ist die Eignerin und Managerin einer außergewöhnlichen Boutique-Kosmetik-Firma namens Arugot. Seit 15 Jahren stellen sie 100 % natürliche Kosmetik her, die darüber hinaus zu 95 % aus organischen Zutaten besteht. Diese bauen sie und ihr Mann Itay selber an.

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Don’t give me roses, woman

What’s with the flowers on international women’s day? No, seriously! Why do I get a red rose from my employer on this day? That’s not meant as a rhetorical question. I really don’t understand the reasoning behind it.

Do they feel, like they need to court me? Does anyone have a romantic interest in me? We already are in a relationship. A professional business relationship that is, not a romantic one. So, what’s with the rose? A rose is a symbol of love and passion. Most people associate romantic feelings or aspirations with it. I am certainly no exception.

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Die weiße Wäsche der Nachbarn

Nach einigen Telefonaten hatten wir den Namen und die Nummer einer Schneiderin aus dem arabischen Nachbardorf Abu Gosch. Diese wiederum verwies uns auf eine andere, die in Jerusalem arbeitet und erst gegen drei Uhr zurück kommen würde. Sie würde jedoch die Arbeit für uns erledigen können. Es ist nicht so einfach über die Feiertage dringende Sachen zu erledigen. Eine Woche nach dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschanah, welches zwei Tage dauert, folgt Yom Kippur und vier Tage danach das Laubhüttenfest Sukkot. Dieses dauert eine ganze Woche, mit einem arbeitsfreien Tag am Anfang und einem am Ende. Ämter und andere staatliche Einrichtungen sind die ganze Woche geschlossen. Viele Geschäfte arbeiten nur einen halben Tag. Und dann gibt es zwischendurch natürlich noch die Wochenenden.

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Zivilisation und Terror im Niemandsland

Ich möchte Dir gern eine Frau vorstellen. Ihr Name ist Dafna Meir. Aber leider kann ich das nicht tun, denn diese Frau lebt nicht mehr. Seit gestern kennt jeder Israeli ihr Gesicht – das Gesicht einer jungen, energetischen Frau mit frohen Augen. Sie muss das Leben geliebt haben, denn sie gab Leben zu vier Kindern und ein Zuhause für weitere zwei Pflegekinder. In ihrem Beruf half sie Menschenleben zu retten und zu erhalten, egal ob das von Juden, Muslimen, Atheisten oder Christen, egal ob Israelis, Palästinenser, Syrer oder Europäer. Sie war Krankenschwester in einem israelischen Krankenhaus.

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Abschleppen und ähnliche Geschichten aus der Männerwelt

Schon seit einiger Zeit gab meine Kupplung krächzendes Stöhnen von sich wenn ich das Pedal herunter trat. So konnte es nicht weiter gehen. Nuun, der bei uns für Autoprobleme zuständig ist, hörte sich das an, erklärte irgendetwas über Kugellager und empfiehl mir damit zu Ramsi zu fahren. Das tat ich ein paar Tage später, an meinem ‚freien‘ Tag, der immer sehr schnell mit allen möglichen Erledigungen beladen wird. Nuun hatte Ramsi bereits per Handy informiert. Die Autowelt ist eine Männerwelt. Ich bin froh, wenn ich mich da ‚raus halten kann. Ramsi kam mir auf einem großen Parkplatz, unweit der Werkstatt, in der er angestellt ist, entgegen. Neben meinem Fahrzeug blieb er stehen, hörte sich sein Krächzen kurz an und entschied es sei das Getriebe. Es müsse ausgewechselt werden.

Verdammt! Das wird teuer!

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