Hundeleben

Ach, wie bequem! Es war ein Gefühl der Zeitlosigkeit. Aufstehen, wenn man aufwacht. Essen, wenn man Hunger hat. Jederzeit Kaffee trinken. Duschen gerade dann, wenn mir danach ist. Schlafen, wenn ich müde bin. Kein Wecker, der mich aus dem Bett scheucht, kein Bus, den ich nicht verpassen darf, keine elektronische Uhr, an der ich meine Karte zu bestimmten Zeiten piepsen lassen muss, damit sie dann freundlich „Danke“ sagt.

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Gedankentreiben oder das Netz der Kringel-Menschen

Es bot sich an in dieser Zeit: Von zu Hause arbeiten. Diese Einrichtung schien mir, wie vielen andern auch, sehr bequem und attraktiv. Alles, was ich brauchte, war ein Computer und Internet Verbindung. Damit war es getan, keine Investition war nötig, kein Auto, mit dem ich in langen Staus schwelte, keine Kollegen, die Intrigen auskochten, die ich immer erst dann erkannte, wenn man mir die Butter schon vom Brot geleckt hatte.

Einfach in die Außenwelt einloggen und es konnte losgehen. Schon hatte ich alle Werkzeuge, die ich benötigte und jede Menge gekringelte Kontakte direkt an meinen Fingerspitzen (auf Hebräisch heißt das At-Zeichen frei übersetzt ungefähr „Kringel“). In dem Moment, wo man den Computer anschaltete blies man Leben in seinen eigenen Kringel und von da an waren die Möglichkeiten unbegrenzt.

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