Um Jerusalem braut sich ‘was zusammen

Wie ein paar Israelis ihre Leidenschaft zum Bier in Deutschland entdeckten und was in Israel ein Biergarten ist, lernte ich an einem sonnigen Wochenende im Mai.

Was tut man an einem sonnigen Sbabbath in den Jerusalemer Bergen? Samstagsspazieren auf israelisch. Diesmal unternahmen wir die Spazierfahrt zu zweit ohne ein genaues Ziel. 

Wir führen einfach los und suchten uns ein schönes Fleckchen, um unseren Bunsenbrenner-Kaffee zu schlürfen und den Blick über die Berge zu genießen. Ein bisschen laufen, wieder auf’s Motorrad und das nächste nette Fleckchen zum Anhalten ausfindig machen. 

Es war ein wunderschöner Tag, nicht zu heiß und noch war die Landschaft mit Frühlingsblüte geschmückt. 

Und plötzlich war es Mittagszeit und wir bekamen Hunger. Wo findet man an einem Samstagmittag in den Jerusalemer Bergen ein Restaurant? Google Maps weiß es. Tatsächlich hatte die App uns einiges vorzuschlagen. Zu unserem Erstaunen war auch ein Biergarten darunter.

Ein Garten, in dem man Bier trinkt oder ein Biergarten?

Wir kennen natürlich die bayrische Original Variante eines Biergartens, aber was würde uns hier erwarten? Was sich in Tel Aviv Biergarten nennt, sind Restaurants, die auf Bier spezialisiert sind und einfaches Essen servieren, also eher erweiterte Edelkneipen. Nur dass man eben draußen sitzt. 

Der Biergarten in Srigim Li-On, eine ehemalige Moshav etwa 40 km südlich von Jerusalem ist dem Deutschen Modell ein wenig näher. Ich würde sagen, ein Mini Biergarten ohne Weißwurst. Das besondere daran ist jedoch, dass es dort selbst gebrautes Bier gibt und das sogar schmeckt.

biergarten Srigim 2

Die kleine Brauerei ist eine von vielen, die Anfang der 2010er Jahren um Jerusalem gegründet wurden. Es war, als entdeckten die Israelis plötzlich ihre Leidenschaft für Bier. Wie die Mentalität nun einmal ist, wurde diese sofort in die Tat umgesetzt. Yes, we can!

Von Hi-Tech zum Bierbrauen

Wir setzten uns auf die Holzbänke im Biergarten und holten uns Bratwurst mit Kartoffelsalat. Neben uns sassen zwei junge Burschen und spielten Schesch-Besch (Backgammon), die am Eingang für jeden bereitlagen. Man hat Biere von zwei Marken zur Auswahl: Ronen und Emek HaElla. Jede Marke bietet verschiedene Biersorten an. Während Ronen eher nach amerikanischen Geschmacksrichtungen ausgerichtet ist, hat sich Emek HaElla auf den europäischen Stil spezialisiert. Auch ein bayrisches Weizen kann man dort schlürfen.

Bayrisches Weizen Emek HaElla

Ohad Eilon und Ofer Ronen sind die Gründer der beiden Brauereien in Srigim. Beide sind Ex Hi-Tech Leute, die in ihrer Karriere viel in der Welt herum gekommen sind und ihre Leidenschaft für Bier in Deutschland entdeckt haben.

Diese Leidenschaft haben beide zum Hobby gemacht und zum Professionalismus getrieben. Ich weiß nicht, welches der Biere wir getrunken haben, aber sie haben geschmeckt. Die leeren Gläser stellt man selber in einen Behälter neben der Bestelltheke.

Bier aus der häuslichen Küche

Außer der Brauerei in Srigim gibt es in der Gegend noch einige, die sich einen Namen gemacht haben. Am bekanntesten ist wohl Shapiro- Bier. Man kann deren helles oder dunkles Ale in vielen Bars und Restaurants erhalten.

Die Geschichte der Shapiro-Brauerei ist die Geschichte von zwei Brüdern und einem Bier, die sich in Jerusalem abspielt. Sie beginnt in einer privaten Küche mit Plastikbehältern und improvisierten Schläuchen und führt zu einer gut ausgestatteten Brauerei mit modernsten Geräten und Anlagen.

Auf dem Weg dorthin haben die Brüder einige Medaillen in Wettbewerben für Hausbrauereien gewonnen, sich in den USA zu Experten ausbilden lassen und das alles mit sehr viel Leidenschaft.

Bierkonkurenz
Shapiro Bier (2)

Heute befindet sich die Brauerei im Industriegebiet von Beth-Shemesh. Außer sich mit Bier zu beschäftigen sind die Gründer stark in Gemeindearbeit engagiert. Sie unterstützen Stiftungen wie Alyn und Shekel (beide für behinderte Kinder) und sponsern einen regionalen Fußballclub. Bier und Fußball vertragen sich auch in Israel gut.

In Jerusalem bietet Shapiro den altbekannten israelischen Bieren Goldstar und Maccabi Konkurrenz. Wo’s sie gibt, trinke ich das Pale Ale und Nuun das Oatmeal Stout von Shapiro.

Was hätte Herzl zu diesem Bier gesagt?

Die wohl „israelischste‘ Geschichte ist jedoch die von Herzl Bier, der einziegen Brauerei,die in Jerusalem begonnen hat und sich noch in Jerusalem befindet. Sie ist außerdem die wahrscheinlich kleinste Brauerei, die kommerziell Bier macht.

Herzl Bier

Zwischen Autowerkstätten und Läden für Baumaterialien, im etwas schmuddeligen jerusalemer Gewerbegebiet Talpiot findet man die unscheinbare Herzl Beer Factory. Dort kann man sich ein Bier aus dem Kühlschrank nehmen und es im Vorzimmer genießen.

Die kleine Brauerei öffnete in 2013, als sich zwei Hobby-Brauer zusammenschlossen, um aus dem Spass Ernst werden zu lassen. Maor und Itai sind beide in Jerusalem geboren und wuchsen in die kleine, aber feine kulinarische Szene der Stadt hinein.

Die scottish Connection

Maor hatte gleich nach seinem Armeedienst zu Hause angefangen, Bier zu brauen, einfach weil ihm das Biertrinken in Israel zu teuer geworden war. Die Alkoholsteuern hatten die Preise in Bars so hochgetrieben, dass sogar Bier und Arak zum Luxus geworden waren. 

Es gelang ihm so gut, dass er entschied, in echten Bierländern zu lernen. Unter anderem verschlug es ihn ins abgelegene Schottland in eine kleine, junge Brauerei, die sich „revolutionär“ auf die Flagge geschrieben und „Punk“ auf’s Etikett gedruckt haben. Erst als er nach einigen Monaten Arbeit dort wieder den Heimweg antrat, fand Maor zufällig heraus, dass er nicht der erste Israeli war, der sich hier zum Beer-Punk hatte machen lassen.

Wieder in Jerusalem angekommen, traf er Itai dann persönlich. Es stellte sich heraus, dass die beiden Ex-Schulkameraden waren und sich aus der Jerusalemer Alkohol-Branche schon kannten. Israel ist in vieler Hinsicht wie ein Dorf. Irgendwie trifft man in flexiblen Zeitintervallen immer wieder dieselben Leute. Die Basis für Herzl Beer Factory, nach Brewdog Muster war gelegt. 

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Dies sind nur eine Handvoll der Brauereien, die nach der Erhebung der Alkoholsteuern von irgendwelchen Träumern gegründet worden waren. Für mich zeigt sich wieder einmal der Einfallsreichtum und der Tatfreudigkeit der israelischen Mentalität: Israelis verzichten nicht auf etwas, was sie mögen, nur weil es zu teuer geworden ist – sie machen es selber! Auch wenn es bedeutet um die Welt zu reisen, um es zu lernen. Hürden sind nur dazu da, es interessanter zu machen.

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How Blockchain hooks up with Healthcare

Remember where my last post left off? The whole Bitcoin-mania of the last months has stirred my curiosity about blockchain technology.

As I am not a technical person, for me it is more of a gut feeling, that we“ll be hearing a lot about blockchain in the near future.

Sure enough, a day later I came across this article and was fascinated with the possibilities this technology opens. I would not have guessed that out of everything the healthcare industry would benefit.

But first of, here’s an explanation of blockchain in the words of someone, who understands it a lot better than me. When disconnecting it from digital money in my mind, it all becomes more obvious.

„…imagine it as a shared book of records, or in more technical terms, a distributed database that’s designed in such a smart way that whatever is added to this database, that is immutable. As if it is carved into stone. Any change becomes immediately evident. Moreover, there is no central authority to decide what’s right or wrong. No bank, no regulator, no oversight. The participants need to signify they accept a shared consensus.“ (Ivo Lohmus from the Estonian company Guardtime, developing K.S.I. blockchain technology).

I find it exciting and encouraging, what can be done with it. Read for yourselves and let me know if you share my enthusiasm:

http://medicalfuturist.com/top-12-companies-bringing-blockchain-to-healthcare/