Sprudel Bomben in besetzten Gebieten

Neben der Espressomaschine in der Firmenküche steht ein Trinkwassersprudler. Im Schrank darunter finde ich Espresso Kapseln und natürliche Geschmackssirups für den Sprudeler. Ich trinke Sprudel lieber natur, obwohl es im Sommer ganz gut ist etwas Süßes zu trinken. Dann trinkt man einfach mehr. Während ich die Blasen, die in die Flasche explodieren und sich dort wild tummeln beobachte, schweifen meine Gedanken zu dem Tag, an dem ich zu einem Vorstellungsgespräch bei der Firma, die diese Geräte entwickelt hat und herstellt, geladen war. Damals hieß sie noch Soda Club. Ich lebte 15 Minuten südlich außerhalb Jerusalems. Die Anfahrt dauerte lange. Ich musste durch den gesamten Stadtverkehr und dann auf der östlichen Seite Jerusalems in Richtung Totes Meer wieder raus. Nach kurzer Fahrt wird man am Kontrollpunkt, der die Einfahrt in die „besetzten Gebiete“ signalisiert, kurz von Soldaten gecheckt und nach weiteren 15 Minuten gelangt man zum Industriegebiet Mishor Adumim.

„Besetzte Gebiete“ diese Bezeichnung ist mir zuwider. Nicht, weil sie einen unangenehmen Teil der israelischen Realität beschreibt, nein, damit habe ich kein großes Problem. Schließlich war das Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan so gut wie nie etwas anderes, als ‚besetzt‘. Vor den Israelis waren es die Britten, die die Ottomanen nach mehreren Jahrhunderten ablösten. Davor waren die Besetzer Mameluken, Kreuzfahrer, Byzantiner, Römer, zwischendurch die verschiedensten Caliphate und die Liste geht weiter über Perser und Babylonier bis tief in die vorchristliche Zeit. Womit ich ein Problem habe ist, dass zu Viele diesen Begriff zu oft benutzen, ohne sich dieser und vieler anderer Tatsachen bewusst zu sein. Jeder hat eine Meinung, aber niemand weiß wirklich wozu. 

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Wer macht denn schon Geachäfte in Jerusalem?

Geschäfte machen ist wohl nicht das Erste, was Ihnen im Zusammenhang mit Jerusalem in den Kopf kommt. Im Gegenteil, wenn Sie nicht gerade ein Reiseunternehmer sind oder einen Souveniershop betreiben, werden diese beiden Begriffe kaum im selben Satz fallen.

Vermutlich verbinden Sie Jerusalem, wie die Meisten, mit Religionen und Geschichte. Das Bild einer antiken Wüstenstadt, einerseits mit dem Ruhm der Propheten und Könige gekrönt, andererseits von unzähligen Kriegen gepeinigt, erfüllt unsere Fantasien. Jeder kennt Jerusalem, Millionen besuchen jedes Jahr, für Viele bedeutet Jerusalem gar Erlösung.

Aber Jerusalem hat auch eine andere Art von Überraschungen, die ausgerechnet für Unternehmer und Geschäftsleute interessant sind. Das offenbarte sich deutlich in einer Konferenz mit dem Titel ”Doing Business in Jerusalem”, die im August vom JBNF – Jerusalem Business Networking Forum – im Internationalen Kongress Zentrum gehalten wurde.

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