…mitten in Tel Aviv…

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Operation Salomon

abseits vom mainstream - heplev

Heute vor 25 Jahren begann „Operation Salomon“ („Kassa Kebede“), mit der Israel äthiopische Juden nach Israel, nach Hause brachte. Die äthiopischen Juden sind ein Rätsel. Sie haben ihre eigene Geschichte, wie sie entstanden. Ob das so stimmt, wissen wir nicht. Aber sie hielten sich lange für die einzigen überlebenden Juden der Welt.

In Äthiopien lebten sie lange frei, wurden aber zunehmend verfolgt. Sie träumten davon nach Jerusalem zurückzukehren. Von November 1984 bis Januar 1985 konnten ca. 8.000 von ihnen mit einer Luftbrücke (aus dem Sudan) nach Israel gebracht werden. Dann wurde die Aktion publik und die arabischen Staaten sorgten dafür, dass dieser Weg geschlossen wurde.

Erst im Mai 1991 gab es wieder die Möglichkeit die „Beta Yisrael“ heimzuholen. Bis dahin hatten sich Tausende von ihnen in und um die israelische Botschaft in Addis Abeba „niedergelassen“. Die Regierung Israels stellte 24 C-130 Hercules und zehn zivile Flugzeuge…

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Babies im Plastikkoffer und Eltern mit Monsterfratzen

Das Jahr ist 1991.

Meine Tochter war knapp ein Jahr alt, ich war gerade im Begriff mich von ihrem Vater zu trennen. Noch lebten wir als Familie gemeinsam in der kleinen Zweizimmerwohnung. Der Kibbutz hatte ihm bereits eine andere zugeteilt und war damit beschäftigt die Formalitäten unserer Trennung abzuwickeln.

Das Land hatte jedoch ganz andere Probleme. In Kuweit tobte der Golfkrieg und Israel war in den Schlamassel mit rein gezogen worden. Warum auch nicht? Wenn’s geht, immer auf die Juden! Die Scud-Raketen flogen bis in die Küstengebiete und manchmal auch darüber hinaus bis ins Mittelmeer. Sie richteten nicht allzu viel Schaden an, aber sorgten für Panik und fürchterlich viel Angst. Die größte Angst war, das die Sprengköpfe mit chemischen Substanzen versehen sein könnten, was für unser winziges Land absolut katastrophale Folgen gehabt hätte.

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Entschwundenes Abenteuer Eilat

Jedes Jahr fahren wir ein paar Tage nach Eilat – die südlichste Stadt Israels und die einzige Israelische Stadt am roten Meer. Sie ist eine pure Urlaubsstadt, die fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Als solche hat sie viel zu bieten: Alle denkbaren Sorten von Wassersport, einschließlich Tauchkurse, Schwimmen mit Delphinen und Unterwasser-Observatorium. Riesige Hotels umzingeln den dürftigen Küstenstreifen zwischen Jordanien und Ägypten. Zwischendrin Vergnügungsparks für alle Altersklassen, Einkaufszentren und Markenläden, Souvenirbuden, Restaurants, Bars, Eisdielen, Pizzerias usw usw. Von einer ständigen Lichtershow aus grellen Werbebeleuchtungen und flimmernden Riesenbildschirmen angespornt kann man sich hier dem totalen Konsum hingeben. Damit man sich dessen nicht zu sehr bewusst wird, dröhnt und hämmert aufputschende Musik aus allen Richtungen.

All das interessiert uns wenig. Wir kommen, um uns auszuruhen. Uns gefallen das Meer und der Kontrast zu der violett-braunen bis goldenen Wüste. Etwas weiter draußen, kurz vor der Grenze zum heute ägyptischen Sinai sitzen wir am Strand und schauen den Tauchern zu, wie sie sich in die blaue Tiefe begeben um die fantastische Welt der Korallenriffe zu erkunden. Von Zeit zu Zeit tauchen auch wir mit Taucherbrille und Schnorchel unter die Oberfläche und werden kurzfristig Teil der zauberhaft lebendigen Unterwasserwelt.

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Schweigen ist keine Pflicht

Nicht nur am Holocaust Gedenktag gibt es in Israel eine Schweigeminute. Es ist eine sehr eindringliche und ausdrucksstarke Art dem Gedenken einen gebuehrenden Platz im Leben der Gemeinschaft und eines jeden Einzelnen zu verleihen. Morgen ist Israelischer Unabhaengigkeitstag. Einen Tag zuvor gedenkt man den Gefallenen in allen Kriegen und der Terroropfer. Auch an diesem Tag heulen die Sirenen und das hektische Leben stoppt, als haette jemand die Pause Taste gedrueckt.

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Eine Schweigeminute

Heute ist Holocaust Gedenktag in Israel – Yom HaSchoah.
Alle Radiosender spielen den ganzen Tag lang wunderschön-traurige Lieder. Im Fernsehen werden Filme zum Thema gesendet und Überlebende erzählen ihre Geschichten. Es sind die fantastischsten Geschichten, die ich kenne. Jedes Jahr wieder bin ich fasziniert von der Vielfalt an Schicksälen. Es sind Geschichten von unglaublicher Grausamkeit, aber auch von unübertrefflicher Freundschaft und Hilfsbereitschaft, von Helden und von menschlichem Überlebensstärke, von Kreativität, von Mut und vom Leiden. Es ist ein trauriger Tag, aber es ist ein wichtiger Tag um sich daran zu erinnern wozu der Mensch fähig ist – positiv und negativ.
Gestern Abend und heute Vormittag finden überall Gedenkzeremonien statt. Um 10:00 Uhr werden die Sirenen für eine Gedenkminute heulen. Das gesamte Land stoppt sein Tagesgeschehen. Man hält inne, steht auf und senkt den Kopf.

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Quelle: https://twitter.com/HistoryFlick/status/693651352661200896 Quelle:
https://twitter.com/HistoryFlick/status/693651352661200896

Wenn wir für jedes Opfer des Holocaust eine Schweigeminute einhielten, würden wir elfeinhalb Jahre schweigen.

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Es gibt immer eine Sonnenseite

Ausnahmsweise bin ich heute mal mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Anders als sonst hörte ich im Radio die morgendlichen Nachrichten, die mir normalerweise entgehen. Das ist kein großer Verlust, denn dort erfährt man meistens Dinge, die ich sowieso nicht wissen wollte. Alles Relevante hole ich mir aus den News-Seiten und Zeitungen im Internet.

Etwas habe ich jedoch heute gehört, dass mir ein wenig gute Laune gebracht hat. Genau vor zwei Wochen veröffentlichte ich Feuer. Es war der Morgen, an dem folgende Schlagzeile durch alle Zeitungen ging: „Ich suchte meine Tochter und dann sah ich, dass sie ganz verbrannt war“. Es war der Bericht einer Mutter, die mit ihrer 17-jährigen Tochter am Vorabend in demselben Bus gesessen hatte, wie der Selbstmord Attentäter, als er darin explodierte.

Die Tochter ist inzwischen außer Lebensgefahr und bei Bewusstsein. Die Presse scheint ihren Gesundungsprozess mit großem Interesse zu verfolgen. Im Nachrichtenmagazin, das ich heute Morgen im Auto hörte, wurde der Vater interviewed. Er habe vor ein paar Tagen erzählt, dass seine Tochter einen Laptop benötige, damit sie im Krankenhaus lernen kann. Jetzt möchte er sich bei all den großzügigen Spendern bedanken und man möchte doch bitte keine Laptops mehr schicken. Auch haben sich so viele Leute gemeldet und Hilfe angeboten, dass er und die Familie förmlich mit Wohlwünschen und Angeboten überschüttet worden sei. Er sei unendlich dankbar und voll Optimismus, aber man möge ihnen doch ein wenig Ruhe gönnen, denn auch das seie für die Tochter wichtig.

Die Kommentieren überlasse ich Euch….